Archiv für den Monat: Juli 2014

Elektromobilität in Bensheim

Gestern war ich auf der ersten Infoveranstaltung zur Elektromobilität in Bensheim. Die Stadt Bensheim und der Verein Solarmobil Rhein-Main hatte interessierte Besucher und E-Autofahrer in die Weststadthalle eingeladen. Der Twizy aus Lorsch war auch dort und zeigte sich von seiner flotten Seite. Ich parkte meinen Twizy direkt neben dem Tesla der Familie Schumacher. Kurze Zeit später parkte ein weiterer Telsa neben mir.

Twizy_Telsa

Es war schwer gegen die beiden PS Boliden anzustinken. Jedoch, wo standen die zukünftigen E-Autofahrer und fragten nach den technischen Daten?

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Im Bürgerraum der Weststadthalle gab es dann zwei kurze Vorträge zum Thema Elektroautos und den aktuell käuflichen Fahrzeuge. Natürlich war der Renault Twizy nicht auf der Fahrzeugliste. Der Referent gab mir auf meine Nachfrage die flapsige Antwort: „Der Twizy ist kein Auto“! Hm, ich antwortet: „Er hat 4 Räder, ein Lenkrad und ein PKW-Kennzeichen“. Also, warum kein Auto? Vielleich Weil die 4 Räder außen abstehen und er als Quad versichert wird? Naja, das sollte jeder selbst beurteilen. Für mich ist der Twizy ein Auto mit dem ich jeden Tag zur Arbeit fahre. Bei den statistischen 1,3 Personen pro PKW und der durchschnittlichen Fahrleistung von 40 bis 60 km/Tag ist der Twizy das ideale und preisgünstigste Elektroauto überhaupt. Davon konnten sich dann auch drei Besucher  als Mitfahrer überzeugen. Die Problematik Ladestationen und passende Ladestecker gibt es beim Twizy nicht! Jede stink normale Haushalts-Schukosteckdose reicht aus um schnell mal etwas Strom nachzuladen.

Nachtrag: Zeitungsartikel Echo-online

Erste Ladestation in Lorsch

Es geht voran mit der Elektromobilität. Am Samstag fuhr ich, nach dem Einkaufen mit meinem Twizy, einen kurzen Umweg zur ersten Elektro-Ladestation in Lorsch. Zufällig traf ich Frau Schmitt vom Autohaus Schmitt und sie gab mir freundlicherweise Auskunft zur Ladestation an ihrem Gebäude. Als GGEW-Kunde könnte ich kostenlos laden wenn es den eine Schuko-Steckdose gäbe. Leider hat die Mini-Ladestation nur einen Mennekesstecker. Schade, denn ein entsprechendes Ladekabel ist mir zu teuer. Außerdem Frage ich mich ob der Parkplatz vor der Ladestation immer frei ist. Zum Zeitpunkt meines Besuchs stand der käufliche Mitsubishi i-Miev vor der Ladestation.  Naja, eine Ladestation im Ortskern fände ich eh besser. Da könnte jeder E-Autofahrer kostenlos parken, laden und ein Eis essen.

Stromverbrauch Elektroauto Ladestationen

Ich habe mir mal die Mühe gemacht den Stromverbrauch an einer öffentlichen Ladestation in Bensheim abzulesen. In 6 Wochen wurden an der linken Ladedose 64 kWh und an der rechten Ladedose 141 kWh gezählt. Das sind 1,4 bzw. 2,2 kWh pro Tag.
Wow, ich lade Zuhause alleine im Durchschnitt 2,9 kWh / Tag (bisher 326 Tage).
Also viele Autos werden dort nicht geladen. Würde mich mal interessieren ob der Energieversorger die Anzahl der Ladevorgänge messen kann. Vermutlich nicht.
In einer Woche gibt es in Bensheim eine Nachfolgeaktion zur E-Auto Sternfahrt auf den Hessentag. Diese Informationsveranstaltung findet im Bürgerraum der Weststadthalle in Bensheim statt. Ich verspreche mir hier sehr viel Infos für zukünftige E-Auto-Fahrer, da man jetzt erfahrene E-Mobilisten mit ihren Autos eingeladen hat. Es besteht dann wohl auch die Möglichkeit einmal in einem E-Auto mitzufahren.

Link zur Einladung: Elektromobilitaet

 

Energieverbrauch im Haushalt

In meinem Urlaub auf Balkonien hatte ich Zeit über unseren Stromverbrauch nachzudenken. Mich fuchst es, dass ich in meiner Tageslastkurve einen Grundstromverbrauch von 90 Watt habe (2,2 kWh/Tag). So habe ich mich auf die Suche gemacht die Energiefresser aufzudecken. Ich habe mir zuerst die vier größten Posten (Büro, Server, Heizung und Lüftung) vorgenommen. In meinem Arbeitszimmer wird der Stromverbrauch komplett von einem Plugwise Stealth gemessen. Die Last lag durch Router, Switch und Telefonanlage bei konstant 25 Watt  und 0,6 kWh/Tag. Der Switch benötigt 9 Volt und der Router 12 Volt Gleichstrom. Mit entsprechendem Spannungswandler und Anschlusskabel konnte ich die beiden Geräte an die 12 Volt PV-Inselanlage anschließen. Die Telefonanlage hat eine Mehrbereichsspannung und blieb erst mal mit 4 Watt Stromverbrauch am 230 Volt Netz. Durch diese Maßnahmen reduzierte ich den Energieverbrauch auf 0,1 kWh/Tag (siehe Diagramm 20. bis 22.06.2014). Später musste ich den Router wieder ans Netz hängen, denn sobald die Spannung unter 12 Volt fällt rebootet der Router ständig. Somit stieg der Verbrauch wieder auf 11 Watt (0,26 kWh/Tag, z.B. 29.06.2014).
Der Server mit allen Messgeräten im Keller benötigt 28 Watt. Ein Gerät mit Stecknetzteil wird nur selten benötig und wurde vom Stromnetz getrennt.
Unsere Gas-Heizung ist schon seit Ostern ausgeschaltet, jedoch benötig die Displayanzeige der Gasttherme unnötigerweise ca. 15 Watt. Ein komplettes Ausschalten der Heizung geht nur über den Heizungsnotschalter oder die Sicherung im Verteilerkasten. Dadurch war jedoch auch die thermische Solaranlage ebenfalls komplett aus. Also blieb mir nur die Lösung einen Schalter in die Verteilerdose der Heizung zu setzen um die Gastherme komplett stromlos zu schalten. Dadurch benötigt die Solaranlage in der Nacht nur noch 1 bis 2 Watt. Der Energieverbrauch reduzierte sich von 0,68 kWh/Tag auf unter 0,05 kWh/Tag (29.06.2014). Wenn die Umwälzpumpe der Solaranlage läuft zieht sie etwa 60 Watt/h.
Die Wohnraumlüftungsanlage läuft bei uns im reduzierten Betrieb den ganzen Tag durch und verbraucht etwa 0,52 kWh/Tag. Im Sommer haben wir Abends die Dachfenster geöffnet um das Haus mit der frischen Außenluft zu kühlen. Im Augenblick schalte ich die Anlage Abends manuell aus und morgends wieder an. Damit konnte ich den Energieverbrauch teilweise auf minimale 0,07 kWh/Tag reduzieren (28.06.2014).

Energieeinsparung_Juni2014

Ergebnis: Vorher 2,2 kWh/Tag und jetzt bei optimalen Bedingungen nur noch 0,8 kWh/Tag.
Im Diagramm hat der markierte Tag 1,27 kWh/Tag und der 29.06.2014 1,11 kWh/Tag. Damit hat sich die Grundlast pro Tag um mindesten eine Kilowattstunde reduziert! Das klingt jetzt nicht viel, jedoch sind das ca. 10 Prozent meines Jahresstromverbrauchs (mit Elektroauto).
Mit diesen Maßnahmen könnte ich die Stromkosten um ca. 100 Euro im Jahr reduzieren.

Eine Frage stellt sich hiermit für mich: Warum können die Heizungshersteller Ihre Geräte nicht so konstruieren, dass sie im Sommer keinen Strom verbrauchen. Ebenso sollte man die Heizungsinstallateure informieren die thermischen Solaranlagen auf einen eigenen Stromkreis zu hängen damit man Heizung und Solaranlage getrennt abschalten kann.

Zweite Frage: Wann gibt es endlich mal Wohnraumlüftungsanlagen die man Bedarfsgerecht schalten kann? Die Geräte müssten ausgehen sobald man ein Fenster öffnet oder das Haus verlässt. Bisher kann man die Lüftungsanlagen nur per Zeitschaltuhr vom Normalbetrieb in den reduzierten Betrieb schalten.