Archiv der Kategorie: Solarstrom

Alles was mit dem Thema Solarstrom zusammen hängt.

3. Energie- und Klimaschutztag

Am vergangenen Sonntag fand bei strahlendem Sonnenschein der dritte Energie- und Klimaschutztag im Naturschutzzentrum Bergstrasse statt. Daniel Bannasch erklärte den Besuchern die Energiewende auf dem Bierdeckel. Mehr dazu im BA und Metropolsolar. Erhard Renz zeigte mit KIVA wie man sein Geld sinnvoll für Solarenergie in den Entwicklungsländer investieren kann. Meine Wenigkeit versuchte mit anderen Vereinskollegen den Umstieg auf Elektromobilität zu zeigen.

Energiewende auf dem Bierdeckel mit Daniel Bannasch.

Leider konnte ich nicht alle Veranstaltungen und Vorträge besuchen. Der Vortrag vom Dr. Dr. Rademacher begann am Anfang sehr lehrreich und – für mich – sehr nachdenklich und endete am Schluss mit entsetzten Kopfschüttel. Diese Mann empfiehlt doch tatsächlich, dass wir
alle Verbrennungsfahrzeuge behalten und mit Bioethanol fahren sollten. Den Sprit könnte man doch mit Solarenergie in Afrika erzeugen – Unglaublich! Nach seiner These wäre, alles was ich bisher zu meiner persönlichen Energiewende getan habe, falsch und würde nichts bringen. Ich hätte das Geld besser in solare Projekte in Afrika investieren sollen (Großes Lob an Erhard und KIVA).  Super Idee. Tja, dann gäbe es aber das Problem, dass ich heute kein Geld zum weiteren investieren übrig hätte denn ich würde mich bei meiner Strom- und Gasrechnung Dumm und dämlich zahlen. In Zukunft – wenn ich mal in Rente bin – müsste ich dann beim Staat betteln gehen um im Winter mein 300 Jahre altes Fachwerkhaus zu beheizen.
Ebenso entsetzt war auch Daniel und konterte entsprechend auf dessen Argumente. Der Mann ist absolut uneinsichtig und meiner Meinung nach nicht glaubwürdig.

Erfolgreiche dritte Sonderschau Elektromobilität 2017

Wiedereinmal war die Sonderschau Elektromobilität in Heppenheim ein voller Erfolg. Mit dem neuen Standplatz auf der Terrasse vor dem Hotel Halber Mond hatten wir einen absoluten Glücksgriff.

Sonderschau Elektromobilität Hotel Halber Mond

Zwar hatten die Besucher einen weiteren Weg über die B3 zu unserem Stand, jedoch waren dort auch nur Gäste die sich speziell für die Elektromobilität interessierten. Der Veranstalter der Autoschau hatte uns mit seiner spontanen und unüberlegten Umdisponierung des Stellplatzes kurzerhand hinausgeekelt. Somit war dann kein Platz mehr auf dem Parkhof und alle E-Fahrzeuge standen am Hotel Halber Mond. Auch der Sponsor die GGEW sowie die Metropolregion-Rhein-Neckar waren von dieser Einschränkung betroffen. Ohne zu zögern haben wir die GGEW und die Metropolregion-Rhein-Neckar mit dem Ampera und dem Mercedes E-Cell bei uns aufgenommen. Im Nachhinein hat sich das als eine absolut konstruktive Kooperation erwiesen.

Sonderschau, Terrasse Halber Mond

Die NewMotion-Ladesäule war das Highlight auf unserem Stand und wurde aktiv von den Elektromobilisten aus dem weiteren Umgebung genutzt. Vielen Dank an den Vorstand der Energiegenossenschaft Starkburg die uns die Säule kostenlos zur Verfügung stellten. Unser Ladepark mit Baustromverteiler sowie der Shuttle-Service mit BMW-i3 wurde eifrig genutzt. Auch hier nochmals vielen Dank an den Sponsor die GGEW.

Ladesäule NewMotion

Ebenso herzlichen Dank an das Team vom Halben Mond die uns mit Strom und Getränken versorgten. Die Vorträge auf der Kleinkunstbühne im Felsenkeller vom Halben Mond waren ebenso sehr gut besucht. Leider kam eine Podiumsdiskussion mangels politischer Vertreter nicht zustande.

Sonderschau Elektromobilität

Zum Schluß auch einen Dank an die vielen E-Auto-Fahrer, die dort ihre privaten Elektroautos zur Verfügung stellten und die viele, viele Stunden als erfahrene Berater auf der Sonderschau Elektromobilität 2017 tätig waren.

Verrückte Zeiten

Oder völlig planlos? Der Aufbau der deutschen Ladeinfrastruktur ist chaotisch!
User lokaler Energieversorger baut weiterhin auf günstige Ladesäulen (-punkte) mit teurem Spezialkabel. Die vier ersten kostenlosen Ladesäulen im Kreis Bergstrasse werden jetzt kostenpflichtig. Dazu hat der Versorger neue RFID-Ladekarte ausgegeben und gleichzeitig einen Fragebogen verteilt. Er will damit herausfinden welche Abrechnungsformen bevorzugt werden. Hier die Vorschäge: Pauschaler Tarif = €/Ladevorgang, Ladezeitbasierter Tarif = €/Stunde, Flatrate Tarif = €/Monat, Standzeitbasierter Tarif = €/Stunde oder verbrauchsorientierter Tarif = €/kWh.
Der darmstädter Energieversorger will nun ebenfalls groß einsteigen und 100 Ladesäulen in Südhessen aufbauen. Hoffentlich sind das auch keine leeren Versprechnungen denn das lokale EVU hat schon 2014 etwa 50 Ladesäulen versprochen und bis heute erst 12 Stück aufgestellt.
Vielleicht kann das unsere Energiegenossenschaft in Heppenheim besser. Jede Kommune die von der Energiegenossenschaft für ihre Liegenschaften Strom bezieht bekommt als Bonus eine Ladesäule aufgestellt. Den Strom gibt es erstmal kostenlos bis sich eine Abrechnung lohnt.
Schön wäre es wenn die Energiegenossenschaft auch Dachflächen in der Kommune für PV-Anlagen benutzen könnte. Dann könnten man die E-Autos direkt Vor-Ort mit Solarstrom laden. So beschreibt es auch mein Bloggerkollege Jörg Heidjann auf seine Blogseite. Also viele Wege führen nach Rom. Welcher Weg der Richtig ist werden die Nutzer entscheiden denn nur dort wo viel geladen wird amortisieren sich die Investition in eine öffentliche Ladesäule.
Meiner Meinung nach ist der Standort, Preis €/kWh und Zugänglichkeit per RFID via Netzverbund entscheidend.

Jahresrückblick 2016

Das Jahr 2016 ist fast zu Ende und ich möchte ein Resümee ziehen. Ein Großteil meiner Bloggertexte handelten in diese Jahr von der Elektromobilität. Im vergangenen Jahr war die Vereinsgründung der Energieblogger sowie die Gründung des Verein www.freie-infrastrukturen.de ein wichtiger Meilenstein. Die Elektromobilisten haben sich 12 mal im Jahr zu einem Stammtisch getroffen. Dies wird auch in 2017 so weitergehen und ich hoffe wir werden, auch im Bezug auf die WLAN- und Lade-Infrastruktur, etwas bewegen. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur im Kreis-Bergstraße ist leider dieses Jahr nicht besser geworden. Im Gegenteil der Ausbau stagniert und durch die gestiegene Anzahl der Elektroautos kommt es immer häufiger vor, dass Ladesäulen belegt sind. Der örtlich Energieversorger wollte schon 2014 insgesamt 50 Ladepunkte installieren. Bis heute sind es nur 15 Ladepunkte geworden. Bisher waren die Ladepunkte an den Mennekes-Ladesäulen für Energiekunden kostenlos. Dies soll sich 2017 ändern. Dann sollen neue Ladekarten die Zugangsberechtigung zu kostenpflichtigem Strom geben. Wie das funktioniert und wie viel der Strom kostet sollte wurde mir noch nicht mitgeteilt. Das ubitricity SmartCable-System wird bisher immer noch von den privaten E-Auto-Fahrern abgelehnt. Bei der Stadt Bensheim und einigen Gewerbebetrieben wird das System Schritt für Schritt eingeführt. Mit einem Mobilstromvertrag des Energieversorgers bekommt man das SmartCable kostenlos und die Kilowattstunde für 50 Cent. Das ist, unserer Meinung nach, der falsche Weg und führt nicht zu einer freien Infrastruktur für Elektromobilität. Hier muss unser Verein eingreifen und aktiver werden. Im Bezug auf Reichweitenangst und Ladeinfrastruktur kann man auch viel bei meinem Bloggerkollegen Daniel Boennighausen nachlesen.
Vor einem Jahr schrieb ich in mein Resümee auch etwas zum meinem eigenen Smart Home mit den Raspberrys. Dazu hat sich einiges geändert. So sind z.B. die Funksensoren von Arexx komplett entfallen und durch digitale 1-Wired-Sensoren ersetzt worden. Der Verbrauch an AAA-Batterien war zu hoch und der Betrieb zu oft gestört. Mittlerweile laufen drei Raspberry mit unterschiedlichen Funktionen. Einer Überwacht die 12-Volt-Akkuanlage, einer den Stromverbrauch über Plugwise und der letzte die 1-Wired-Temperatursensoren im Heizungskeller. Leider sind in diesem Jahr zwei Raspberrys abgestürzt und viele Daten gingen verloren. Somit wird nun regelmäßig ein Backup erstellt und die Daten auf einen anderen Server gesichert. An der 12-Volt-PV-Anlage sind viele einzelne Bleibatterien ausgefallen. Als die Akkukapazität kritisch wurde kaufte ich mir zwei neue Solarbatterien mit jeweils 120 Ah.

Der aktuelle Energiesparwettbewerb läuft noch bis Ende Februar. Jedoch konnte ich durch eine neue Gefriertruhe und mehr Zwischenladungen des Twizys ca. 400 kWh Strom einsparen. Das sind etwa 10 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs. Aktuell läuft ein Raspberry Testprogramm zur Abschaltung von Stromverbrauchern beim verlassen der Homezone. Damit können bestimmt nochmal 10 Prozent Energie eingespart werden.

Stromausfall in Lorsch

„In Bensheim und Lorsch ist am Nachmittag der Strom ausgefallen. Grund für die Störung ist nach Angaben der Bensheimer GGEW AG eine „Fehlfunktion bei einer Steuereinheit an einer Haupteinspeisung“. Über die Fernwartung in der Leitstelle sei die Versorgung nach wenigen Minuten wieder hergestellt worden. In Bensheim fiel der Strom nach Angaben des Energieversorgers um 15.36 Uhr aus, die Störung sei um 15.40 Uhr behoben gewesen. Lorsch wurde danach ab 15.48 Uhr wieder komplett mit Strom versorgt.“ Quelle BA

Gott sein Dank habe ich meine Webserver und Datenlogger mit entsprechenden Akkuspeichern ausgestattet. Somit könnte ich den Stromausfall ohne Probleme überstehen und messen:

Stromausfall Lorsch am 30.11.2016 um 15:36 Uhr

Stromausfall Lorsch am 30.11.2016 um 15:36 Uhr

Der Netzstrom war auf allen drei Phasen für 12 Minuten ausgefallen. Nur der Radiowecker und die Uhr in der Mikrowelle zeigte den Stromausfall an.

Masterplan Klimaschutz

Heute Abend wurden bei den Bürgern für Bensheim der Masterplan für Klimaschutz in Bensheim vorgestellt. Eine Vorstellung war es auch nur. Eigentlich wurde der Masterplan 2014 erstellt und ich hoffte irgendwelche Maßnahmen, Ziele oder konkrete Ergebnisse zu hören. So einen 253 Seiten starken Masterplan kann man auch nicht in 90 Minuten durcharbeiten und positive Entwicklungen aufzeigen. Es sind von 49 vorgeschlagenen Maßnahmen 15 umgesetzt worden sagte der Klimaschutzbeauftragte der Stadt Bensheim. Ja, das stimmt bestimmt auch, jedoch ist das meiner Meinung nach zu wenig. Viele dieser Maßnahmen wurden nur angekratzt und die restlichen 34 gar nicht erwähnt. Die Stadt Bensheim geht mit der Umrüstung des Fuhrparks auf Elektroautos als Vorbild voran. Der städtische Energieversorger stellt Ladesäulen mit Ökostrom zu Verfügung und will auch bei Carsharing kooperieren. Also was könnte die Kommune sonst noch für den Ausbau der Elektromobilität tun, fragte der Klimaschutzbeauftragte. Bei der Frage fiel ich fast vom Stuhl. Ich gab Ihm einige Vorschläge. 1. Einführung einer Feinstaubzone um Stinker aus der Stadt zu verbannen. 2. Sonderrechte für Elektroautos einrichten: d.h. E-Autos dürfen Busspuren benutzen, kostenlose Parkplätze oder Straßen nur für E-Auto zuzulassen. 3. viele, sehr viele Ladesäulen in der Innenstadt und in den Parkhäusern aufbauen. So steht es auch seit 2014 im Masterplan der Stadt Bensheim. Aufbau von PV-Anlagen über den Parkhäusern und Ladesäulen mit Solarstrom. Seit 1 1/2 Jahren würde die Stadt mit dem Energieversorger verhandeln um Ladesäulen in der Innenstadt zu bekommen. Stattdessen baut der Versorger die Systeme mit ubitricity aus. Leider will keiner der mir bekannten E-Auto-Fahrer diese teuren Ladesysteme haben. Der städtische Energieversorger gehört zu fast 2/3 der Kommune. Da hat wohl in der Stadtverwaltung „keiner die Eier in der Hose“ um hier mal auf den Tisch zu hauen und zu sagen so geht es nicht weiter und nun wird es richtig gemacht. Meine Güte, für wenig Geld bekommt man heute so eine Ladesäule und ratzfatz ist so ein Ding montiert. Bei Hessentag wurden bis zum Jahresende 2014 50 Ladesäulen versprochen. Jetzt ist 2016 schon fast herum und nicht mal die Hälfte der versprochenen Dinger sind montiert.
Die Sanierungen der Wohngebäude lasst auch zu Wünschen übrig, aber das wäre ja auch bundesweit so. Ach ja, dann muss man sich ja nicht bemühen und kann sich auf seinen Lorbeeren ausruhen. Wenn man kaum Vorträge, Schulungen, offene Baustellen und Musterprojekte anbietet gibt man den Hausbesitzern auch keinen Anreiz etwas zu ändern. Ja es käme ja auch keiner zu den angebotenen Vorträgen. Tja, liegt auch sehr oft an zu wenig Werbung – ein Tag vorher in der Zeitung – oder an schlecht Präsentierten Themen. Räumt doch mal mit den alten Mythen auf: Das Haus muss atmen, wenn ich dämme dann bekomme ich nur Schimmel, die Sanierungskosten amortisieren sich erst nach vielen Jahrzehnten, usw…..
Die Förderprogramme werden zu wenig genutzt. Bei der Photovoltaik gäb es noch viele geeignete Dächer in Bensheim. Bei dem Vortrag zu den Mikro-PV-Anlagen bei der Sparkasse vor einigen Wochen waren 100 Zuhörer anwesend und 10 Anlagen wurden beantragt.
Darüber berichtet unser Bloggerkollege Erhard Renz immer wieder sehr aktiv. Trotz schlechtem Vortrag und schön gerechnetem Ertrag haben 10 Nutzer Balkonmodule angemeldet. Aber warum hört man darüber nichts? Warum zeigt man diese 10 Module nicht als Musterbeispiele in den Medien? Ich war mal mit unserem Energiesparhaus auf der Webseite der Stadt Bensheim als Musterprojekt abgebildet. Warum ist das alles gelöscht worden und die Kommunikation der Stadt zu den Bürgern komplett eingeschlafen. Es gab mal sehr engagierte Energieberater und ein Solar und Energieberatungszentrum in Heppenheim. Ohne die
beiden Personen würde ich heute hier keinen einzigen Bloggertext schreiben. Und so könnte ich über den vermurksten Masterplan weiter schreiben, jammern und schimpfen.

Smart Home, Smart Meter und Smart Grid

Leider konnte ich am BarCamp in Kassel nicht teilnehmen. Schade, dass es auch nachträglich nur wenig Möglichkeiten gibt etwas über die Diskussionsrunden nachzulesen.
Zur Zeit stoße ich in den Medien immer häufiger auf die Schlagworte „Smart Home, Smart Meter und Smart Grid„. Wie könnte eine Digitalisierung in der eigenen Energiewende Zuhause ausschauen? Ab 2017 sollen vermehrt Smart-Meter zum Einsatz kommen. Darüber habe ich schon berichtet. Diese Smart-Meter machen nur Sinn mit last- oder stundenabhängigen Tarifen. D.h. wenn viel überschüssiger Ökostrom vorhanden ist wird der Strompreis für eine bestimmte Tageszeit preiswerter. In dieser Zeit könnten automatisiert Verbraucher eingeschaltet werden z.B. Spül- oder Waschmaschine. So könnten z.B. auch Elektroautos bei viel regenerativem Strom geladen werden. Über unseren Bloggerkollegen Thorsten Zoerner konnte ich den Anwendungsfall „Optimierte Ladung von Elektroautos“ selbst testen. Dauerhaft umgesetzt habe ich es aber nicht, da es für diese Anwendung noch keinen passenden Stromtarif gibt. Eine Anfrage beim Energieversorger ergab nur zusätzliche Kosten durch den Nachtspeichertarif.

Aktuell laufen sehr viele Werbespots im TV die bis zu 31 Prozent Energieeinsparungen versprechen. Mit einer App auf dem Smartphone kann jeder seine Heizkörper beim Verlassen des Hauses drosseln bzw. beim Zurückkehren wieder aufheizen. Man kann das Licht ein- oder ausschalten sowie die Jalousien auf oder zufahren.

An solch einem Projekt arbeite ich auch gerade. Jedoch will die App auf meinem neuen Smartphone noch nicht so recht funktionieren. Mit einem Raspberry Pi und Schalt-Steckdosen kann ein selbstgebautes Smart-Home Licht ein- und ausschalten. Es kann den Stromverbrauch und verschiedene Temperaturen im Haus messen. Der Raspberry Pi an meiner PV-Inselanlage misst die Akkuspannung und den Solarstrom-Ertrag. Er überwacht die Batterieanlage und schaltet bei Bedarf einen Notlader ein. Eine sinnvolle Idee fände ich auch den Einsatz von Stromspeicher (auch ohne PV-Anlage) im privaten Haushalt. Dann könnte man bei viel Sonnenstrom den Speicher mit günstigem Strom aufladen und die Energie später selbst nutzen. Das wäre die richtige Bürger-Energiewende von unten.

Solar Balkonmodule

Am vergangenen Montag berichtet Wolfgang Müller vom Solar Info Zentrum in Neustadt über seine Solarmodule für den Balkon. Zuerst einmal muss ich klarstellen, dass ich ebenso wie der Sonnenflüsterer absolut für die Balkonmodule und Solar2go bin.
Herr Müller rechnete eine geringe Amortisationszeit von 6,8 Jahre vor. Das trifft leider nur für Solarmodule zu die optimal nach Süden ausgerichtet sind und ebenso den idealen Neigungswinkel zu Sonne haben. Ein Solarmodul das gerade senkrecht an einem Balkongeländer hängt hat einen wesentlich schlechteren Wirkungsgrad von 70 Prozent. Des Weiteren wies Uwe Sänger von der GGEW darauf hin, dass das Modul nur durch einen konzessionierten Elektriker an das Stromnetz angeschlossen werden darf. Das Modul sollte über eine extra Einspeiseleitung mit Spezialstecker angeschlossen werden. Falls der Hausstromzähler noch keine Rücklaufsperre hat muss auch dieser gewechselt werden. Dadurch entstehen natürlich weitere Installations- und Materialkosten. Somit rechne ich  – nicht wie Herr Müller – mit 500,- Euro sondern mit mindestens 1.000,- Euro Investitionskosten. Das 250 Watt PV-Modul erzeugt am Balkon keine 250 kWh im Jahr sondern nur maximal nur 175 kWh. Daraus ergibt sich beim aktuellen Strompreis eine Amortisationszeit mindestens  22 Jahre. Oder auf 10 Jahre gerechnet ein Strompreis von 57 Cent/kWh (20 Jahre = 29 Cent/kWh). Also wenn jemand wirklich eine super Amortisationszeit haben will dürfen keine weiteren Kosten entstehen und das Modul muss ideal zu Sonne ausgerichtet sein. Somit bleibt nur folgendes übrig: Entweder ist man selber konzssionierte Elektriker oder man betreibt das Modul illegal als Guerilla PV Modul. Davon kann ich leider nur abraten.
Ich selbst würde mir gerne ein transparentes Modul auf meinen Wintergarten als Beschattung setzen (Westseite 80 % Wirkungsgrad). Jedoch würde – nach Aussage vom Herrn Sänger (GGEW) – dann meine EEG Einspeisevergütung des PV-Einspeisevertrags ungültig werden. Damit bleibt für mich nur der netzgetrennte Eigenverbrauch durch eine Insellösung übrig. Auch dies wird durch das S-I-Z in Neustadt angeboten. Dies geht nur mit Akkuspeicher am PV-Balkonmodul für Camping. Demnächst soll es diesen Speicher außer mit Wechselstrom (230 Volt) auch mit Gleichstromanschluss geben (24 Volt). Naja, dann warte ich noch bis dahin und lasse mir mal ein Balkonmodul als transparentes Glas in Glasmodul anbieten.

Ölboykott Saudi Arabiens

Nachdem ich die Nachrichten zu den Enthauptungen in Saudi-Arabien gehört habe fragen ich mich ob wir durch unsere Erdölautos und Ölheizungen eine Mitschuld daran tragen. Durch unsere Öleinkäufe finanzieren wir diesen Machtapparat der diese Gräueltaten verübt hat. Deshalb bin ich wie Hans-Josef Fell und Franz Alt der Meinung wir sollten die Ölmultis boykottieren, keine Verbrennungsautos mehr fahren und auf sparsame Elektroautos mit Ökostrom umsteigen. Auch von den Ölheizungen sollten wir uns trennen. Es gibt schon sehr viele Alternativen, die mit regenerativen Energien unsere Wohnhäuser heizen können.

Raspberry PI

Wieder ist ein Jahr vergangen und ich ziehe ein Resümee. Dieses Jahr war geprägt von Elektromobilität und Softwareentwicklung. Ich habe viele Programme an meinem Raspberry PI entwickelt. Was ist das? Fragt sich so manch einer und für was benötige ich das?

Seit vielen Jahren erfasse ich meine Verbrauchsdaten per Computer. Jedoch muss ein PC dann rund um die Uhr laufen und im 5 Minutentakt die Messwerte in eine Datenbank schreiben. Diese Daten kann man dann per Grafik oder Diagramme auswerten. Wozu brauche ich das?
Nun, angefangen hat alles mit einer defekten thermischen Solaranlage. Wenn eine Solaranlage keine Wärme oder Strom liefert bekommt man es in der Regel selten mit. In den meisten Fällen merkt man es erst am Jahresende wenn der Wärme- oder Stromertrag nicht stimmt. Mit einer Computerüberwachung kann man jederzeit online auf die Betriebsdaten der Anlage schauen.

Im letzten Jahr lief dieses Logging noch auf Intel-PCs mit einem Betriebssystem von Windows. In diesem Jahr arbeitete mein Raspberry PI mit Betriebssystem Linux ohne Probleme durch. Dabei verbrauchte der Raspberry nur 3,5 Watt in der Stunde (30 kWh/a = 9 €/a). Als Energieberater und Energiesparmeister lege ich auf einen niedrigen Energieverbrauch besonders viel Wert.

Welche Daten erfasse ich nun mit dem Einplatinencomputer:

  1. Temperaturen: Außentemperatur, Raumtemperatur, Abgastemperatur-Gastherme, Wassertemperatur Solarspeicher, Nachheizung Warmwasser, thermische Solaranlage Vorlauf usw…
  2. Stromverbrauch: alle 3 Phasen, Heizungsanlage, Arbeitszimmer, Einzelgeräte (TV, Wasserkocher, Waschmaschine, Kühlschrank, Lüftungsanlage, Computer, uvm…) und natürlich den Energiebedarf meines Elektroautos.
  3. Sonstiges: Gaszähler in m3, Photovoltaikanlage, Solarspannung und -stromertrag 12 Volt-Insel-PV-Anlage, automatisches Ein- und Ausschalten der 12 Volt-Nachladung.

Welche Ergebnisse man aus den Daten ziehen?

Mein Kühlschrank ist ein Erbstück mit hohem Alter und genau so hoch ist auch der Energieverbrauch. Die Heizungsanlage läuft nicht ideal. Zu hohe Taktraten und die Nachabsenkung ist nicht zufriedenstellend. Des weiteren benötigt die Heizung zu viel Strom wenn sie nicht heizt (Standby = 100 Watt). Die Wärmedämmung des thermischen Solarspeichers ist mangelhaft. In drei Tagen ist das, von der Sonne erwärmte, Brauchwasser wieder kalt. Die Spülmaschine ist beim Aufheizen ein Strom-Energiefresser. Hier wäre eine Spülmaschine mit WW-Anschluss bestimmt sparsamer. Die Lüftungsanlage verbraucht 30 Prozent mehr Energie wenn die Filter verschmutzt sind.

Somit sind die Projekte und Vorsätze für nächstes Jahr schon vorgegeben. 🙂

Fröhliche Weihnachten und einen Guten Rutsch ins neue Jahr wünscht Euer Energiesparmeister.