Archiv für den Monat: Mai 2017

3. Energie- und Klimaschutztag

Am vergangenen Sonntag fand bei strahlendem Sonnenschein der dritte Energie- und Klimaschutztag im Naturschutzzentrum Bergstrasse statt. Daniel Bannasch erklärte den Besuchern die Energiewende auf dem Bierdeckel. Mehr dazu im BA und Metropolsolar. Erhard Renz zeigte mit KIVA wie man sein Geld sinnvoll für Solarenergie in den Entwicklungsländer investieren kann. Meine Wenigkeit versuchte mit anderen Vereinskollegen den Umstieg auf Elektromobilität zu zeigen.

Energiewende auf dem Bierdeckel mit Daniel Bannasch.

Leider konnte ich nicht alle Veranstaltungen und Vorträge besuchen. Der Vortrag vom Dr. Dr. Rademacher begann am Anfang sehr lehrreich und – für mich – sehr nachdenklich und endete am Schluss mit entsetzten Kopfschüttel. Diese Mann empfiehlt doch tatsächlich, dass wir
alle Verbrennungsfahrzeuge behalten und mit Bioethanol fahren sollten. Den Sprit könnte man doch mit Solarenergie in Afrika erzeugen – Unglaublich! Nach seiner These wäre, alles was ich bisher zu meiner persönlichen Energiewende getan habe, falsch und würde nichts bringen. Ich hätte das Geld besser in solare Projekte in Afrika investieren sollen (Großes Lob an Erhard und KIVA).  Super Idee. Tja, dann gäbe es aber das Problem, dass ich heute kein Geld zum weiteren investieren übrig hätte denn ich würde mich bei meiner Strom- und Gasrechnung Dumm und dämlich zahlen. In Zukunft – wenn ich mal in Rente bin – müsste ich dann beim Staat betteln gehen um im Winter mein 300 Jahre altes Fachwerkhaus zu beheizen.
Ebenso entsetzt war auch Daniel und konterte entsprechend auf dessen Argumente. Der Mann ist absolut uneinsichtig und meiner Meinung nach nicht glaubwürdig.

E-Autos im Popcorn-Effekt

Merkel glaubt nicht mehr an eine Million E-Autos bis 2020.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich von dem Regierungsziel, dass bis 2020 eine Millionen Elektro-Autos auf deutschen Straßen fahren sollen, verabschiedet. Dabei gilt die Elektromobilität als Kernstrategie zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors. Quelle Franz Alt

Vielleicht sollte sich Frau Merkel mal den von Vortrag von Lars Thomsen anschauen. Es sind zwar nur noch 2,5 Jahre bis 2020 aber ich sehe täglich immer mehr Elektroautos auf unseren Straßen. Mittlerweile wird es auch eng an den E-Auto-Ladesäulen und des öfteren sind alle Ladeplätze belegt. Somit habe ich in Zukunft eher eine Ladesäulen-Angst als eine Reichweiten-Angst. Hinzu kommt noch das Problem der Falschparker vor den Ladesäulen. Das sind nicht nur Autos mit Verbrennungsmotor sondern auch E-Autos als Dauerparker. Kürzlich sprach ich mit einer Falschparkerin die ihren Benziner vor der Ladesäule in Heppenheim abstellte. Ich fragte Sie ob ihr Benziner elektrisch fahren würde. Nein, sagte sie und wollte wissen warum ich das fragte. Ich zeigte ihr das 1 m² große Schild vor Ihrer Nase auf dem das Parken nur für Elektrofahrzeuge nur während des Ladens erlaubt ist. „Ups, das habe ich nicht gesehn“, gab sie zu. Wer list denn heute noch Schilder und wenn sie gelesen werden, wer versteht sie?

Falschparker Graben HP

Die aktuelle Ladeinfrastruktur war gestern Abend auch ein Thema bei der Mitgliederversammlung im Verein Freie-Infrastruktur Bergstrasse e.V. Wir werden in Zukunft, außer freie WLAN-Router, auch Ladesäulen bei unseren Mitgliedern aufstellen. Bevorzug wird hierzu das weite verbreitet System von NewMotion welches auch für wenig Geld ein Abrechnungssystem anbietet. Hier lohnt sich ein Blick über den Tellerrand in die Niederlande. Dort gibt es schon mehr als 18.000 Ladepunkte. Im wesentlich größeren Deutschland sind es gerade mal 6.200.
Leider sind bei diesen Ladelandkarten nicht alle Ladepunkte vermerkt. Aus diesem Grund arbeiten wir an einer lokalen Ladekarte im Kreis-Bergstrasse. Im Augenblick gibt es entlang der Bergstrasse ca. 40 verschiedene Ladesäulen. Weitere Infos hierzu am Samstag und Sonntag beim VHS-Kurs „Elektroauto im Erstkontakt“ und dem Energie- und Klimaschutztag im Naturschutzzentrum Bergstrasse.

Ich empfehle hierzu den Vortrag von unserem Bloggerkollegen Daniel BannaschEnergiewende auf dem Bierdeckel“ am Sonntag.

Stromsparwettbewerb

Am 2. Mai 2017 hat die Energieagentur Bergstrasse zusammen mit der Volksbank Darmstadt Südhessen eG und Volksbank Weinheim eG die Preise zum Stromsparwettbewerb im Kreis Bergstrasse vergeben.
Seit der energetischen Sanierung unseres Fachwerkhauses darf ich den Titel Energiesparmeister 2007 tragen. Durch diese Sanierung haben wir den Wärme-Energieverbrauch auf 25% reduziert. Beim Stromverbrauch hatten wir ebenfalls schon sehr viele Maßnahmen durchgeführt, sodass wir mit einem Verbrauch von 2.800 kWh für 2 Personen im Einfamilienhaus schon recht sparsam waren. Der Stromverbrauch eines 2-Personen-Haushalts liegt in Deutschland im Schnitt bei 3.100 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Trotzdem haben wir an diesem Wettbewerb teilgenommen und unseren Stromverbrauch weiter reduziert. Lange Rede kurzer Sinn: Wir konnten mit 15% Stromersparnis den 3. Platz belegen.

Gruppenbild nach der Preisverleihung.

Auf der Blogseite „Energiesparwettbewerb Endstand“ hatte ich schon vor kurzen die Einsparungen aufgeschlüsselt.

Energiesparwettbewerb Endstand

Bei der Analyse des Stromverbrauchs hat mir mein eigenes Smart Home System sehr geholfen. Ich konnte damit einige „Stromfresser“ aufspüren und deren Energiehunger verringern. Trotzdem sehe ich weiterhin noch viel Potential.

Die Teilnahme am Stromsparwettbewerb war leider erschreckend gering. Deshalb frage ich mich: Ist dieses Thema für unsere Mitbürger nicht interessant. Gibt es hier zu wenig Kenntnisse oder zu viele Bedenken. Hat man Angst man müsste beim Stromsparen in Askese (freiwillige Enthaltsamkeit)  oder Abstinenz leben? Vielleicht sagen sich auch viele: Solange ich mir das leisten kann spare ich keinen Strom.

Nachtrag 15.05.2017: Energieagentur Bergstrasse und BA-Zeitungsartikel