Archiv für den Monat: Juni 2016

Energiegenossenschaft und Bürgerwerke

Was machen Energiegenossenschaften mit Ihrem erzeugtem Strom. Sie speisen den Strom in das örtliche Stromnetz ein und bekommen dafür, wie jeder private Photovoltaikanlagenbesitzer, eine Einspeisevergütung. Die Energiegenossenschaften haben sich zu Bürgerwerken (Bloggerkollege Andreas Kühl hatte berichtet) zusammengeschlossen und können somit ihren Strom auch selbst verkaufen. So stellen sich die Bürgerwerke auf der Generalversammlung der Energiegenossenschaft Starkenburg am vergangen Freitag vor. Nicht einmal 10 Prozent der anwesenden Genossen kaufen auch ihren selbst erzeugten Strom. Warum? frage ich mich. Ich selbst kaufe Ihn ja auch nicht. Nun der Genossenschaftsstrom ist teurer als der Strom vom örtlichen Energieversorger. Ich kaufe meinen Strom vom örtlichen Versorger weil sich dieser um den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos bemüht. Auch hier bleibt das Geld in der Kommune. Warum verkaufen die Bürgerwerke ihren Strom nicht an Elektroautofahrer? Bei 30 Cent/kWh ist hier die Vergütung doch höher als die Einspeisevergütung? „Machen“ sagte der Referent der Bürgerwerke. Ja, bitte machen! Ich bin dabei! Die Genossen in Drebach u.a. haben es gemacht. Nur die Starkenburger tun sich damit extrem schwer obwohl es E-Auto-Fahrer im Vorstand gibt. Natürlich soll der Strom nicht für „lau“ verkauft werden. Kein E-Auto-Fahrer will den Strom für einen Apfel und ein Ei kaufen. „Eine gute Ladesäule am richtigen Standort kann im Jahr mehrere hundert Euro erwirtschaften und sich somit schnell bezahlt machen“ sagte mir ein Genossenschaftskollege aus Drebach. Falls es von den Entscheidungsträgern noch keiner bemerkt hat, steigen die Verkaufszahlen bei den Elektroautos. Also ist ein Ausbau der Ladeinfrastruktur eine Investition in die Zukunft. Wer zu lange wartet verpasst den Anschluss bzw. Zug! Den letzten beißen die Hunde.

Ladestationen Frust die Zwölfte

Die Ladeinfrastruktur für Elektroautos ist in Deutschland sehr komplex, unterschiedlich und schwierig. Ein interessantes Konzept hat die Firma ubitricity in Berlin entwickelt. Unser Bloggerkollege Andreas Kühl hat vor kurzem über dieses Startup-Unternehmen berichtet. Die Stadt Bensheim will damit zu einer Modellkommune werden. Ich habe darüber berichtet. Im Prinzip ist das Konzept super, an jeder Straßenlampe ein Ladepunkt (SimpleSocket) zum Laden eines Elektroautos. Zur Zeit kostet das spezielle SmartCable noch 600,- Euro. Somit wird der Ausbau der Ladeinfrastrukur auf die E-Auto-Fahrer verteilt. Jedoch will kein E-Auto-Besitzer so viel Geld für ein Ladekabel ausgeben. Dies hat nun auch der Energieversorger bei einem Treffen mit Elektroautofahrern festgestellt. Nun kommt er in der Testphase den E-Auto-Fahrern entgegen und bietet mit einem Mobilstromvertrag das Ladekabel kostenlos an. Der Ladestrom kosten jedoch noch Satte 50 Cent/kWh. Ich habe vor einiger Zeit die Ladetechnik von ubitricity getestet. Leider musste ich erst eine Adapterbox bauen um von Typ2 auf Schuko zu laden.  Der erste Ladeversuch schlug fehlt da sich in der Box ein Kabel gelockert hatte. Der Fehler wurde behoben und nun konnte ich am vergangenen Freitag mit Erfolg meinen Twizy in Lorsch laden.
Für 4 Euro konnte ich 2 Stunden laden und hatte damit 4,6 kWh im vollen Akku.
Twizy mit Adapterbox am GGEW ubitricity Ladepunkt.

Twizy mit Adapterbox am GGEW ubitricity Ladepunkt.

Morgen werde ich bei der Energiegenossenschaft Starkenburg einen Vortrag zur Ladeinfrastrukur im Kreis Bergstrasse halten. Dabei werden wir darüber Diskutieren ob man mit dem neuen Verein „Freie Infrastrukuren Bergstrasse“ eine offene Ladeinfrastruktur im Kreis Bergstrasse aufbauen kann. Entscheident ist auch ob wir geeignete Standort für die Ladesäulen im öffentlichen Bereich finden können.