Archiv für den Monat: März 2014

Ferz mit Krigge

Der Spruch „Ferz mit Krigge“ bedeutet im Hessenland irgendeinen überflüssigen extravaganten Quatsch. So stand es am Wochenende in einer Zeitungsbeilage mit folgendem Titel: „Das Auto regelt die Heizung“ oder „Energieeffizient in die Zukunft“. Einige Autohersteller wollen ihren Autos (u.a. auch Elektroautos) mit dem Hausnetz verknüpfen und somit die Heizung regeln (Stichwort HEMS = House Electric Management Services). So könnte man schon auf dem Heimweg auf dem Autodisplay die Heizung aktivieren. Oder sobald man das E-Auto in die Steckdose steckt wird die Heizung und das Licht eingeschaltet. Diese Funktionen gibt es mittlerweile schon bei einigen Heizungsherstellern in Verbindung mit einer Smartphone App. Als Nachrüstsatz gibt es auch schon Heizkörperthermostate oder Schaltsteckdosen die per App gesteuert werden können (Stichwort: Smart Home). Das ist eine schöne Spielerei und macht mit Sicherheit am Anfang auch sehr viel Spaß. Doch irgendwann lässt der Spaß nach und die Funktion verliert ihren Reiz. Den gleichen Effekt hatte man auch schon bei der Einführung der
Smart Meter, den digitalen Stromzählern im Haushalt, festgestellt. Dabei ist zu bedenken, wenn das Haus nicht entsprechen wärmegedämmt ist, kühlt es bei langen Abschaltzeiten (Absenkbetrieb) auch entsprechen aus. Dann braucht es wieder viel Energie und Zeit zum Aufheizen. Eventuell sitz man dann auch eine oder zwei Stunden in einer kalten Wohnung. Bei einer Fußbodenheizung kann dies auch länger dauern und da spreche ich aus eigener Erfahrung. Des Weiteren steigt nun über die Jahre auch der Energieverbrauch durch diese neue Kommunikationstechniken. Von 1996 bis 2011 hat sich der Energieverbrauch  für die Anwendungsart „TV/Audio und Büro“ von ca. 7 auf 26 % im privaten Haushalt fast vervierfacht. Dies stelle ich selbst am Energieverbrauch meines Smartphone fest. Ich muss das nervige Teil fast jeden Tag aufladen weil sich viele Apps von alleine aktiveren und den Akku leersaugen. Das kann nicht der richtige Weg sein. Ich empfehle zuerst mal die Heizungspumpe zu erneuern und den Stromverbrauch zu optimieren. So läuft z.B. meine Heizung oft in der Nachtabsenkung durch, heizt nicht und verbraucht trotzdem bis zu 100 Watt pro Stunde (Bj. 2004).

Elektroauto Zulassungen 2013

Das Kraftfahrbundesamt schreibt in seiner Jahresbilanz 2013 eine Neuzulassung von 6051 Elektroautos in Deutschland. Bei insgesamt 2.950.000 neu zugelassenen Autos im Jahr 2013 ist das eine Quote von 0,2 Prozent. Der Autohersteller Renault gibt auf seiner Webseite die Verkaufszahlen des Twizy’s in Höhe von 834 Stück in Deutschland im Jahr 2013 an. Das ergibt einen Anteil von fast 14 Prozent der Elektroautos. Deutschland ist hier der Spitzenreiter denn in Frankreich wurden 2013 „nur“ 599 und in Italien 436 Twizy’s verkauft. In Europa sind das insgesamt 2.999 Fahrzeuge und Weltweit hat Renault im Jahr 2013 3.025 Twizy’s verkauft. Seit der Einführung des Twizy’s im Jahr 2011 (Deutschland, März 2012) sind das bis heute 12.295 E-Flitzer.

Die Hauswende

Die Bundesregierung will per Aktion „Die Hauswende“ die energetische Sanierung im Bestand von 0,8 Prozent auf 2 % pushen. In Hessen steht im Koalitionsvertrag eine Sanierungsrate von 2,5 bis 3 Prozent. In Deutschland würde diese Sanierungsrate ca. 300.000 Häuser pro Jahr betreffen. Bei 15 Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser mit Sanierungsstand vor der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 klingt das nicht besonders viel. Wie soll das funktionieren? Ein Hinweis: „branchenübergreifende Informationsoffensive zur energetischen Gebäudesanierung.“ Aha, wie will man die Hausbesitzer von einer ggf. sinnvollen energetischen Sanierung überzeugen? Mit Produktwerbung der verschiedenen Branchen?
Was mich bei dieser Aktion ganz besonders anstinkt ist folgendes: Uns Energieberatern wird die Verpflichtung auferlegt produktneutral zu beraten. Jedoch wer unterstützt diese Aktion „Die Hauswende“ – Partner der Kampagne. Wer führt die Beratungen durch? Energieberater, Energieagenturen oder die großen Firmen? Ich vermute, der einzelne Energieberater bleibt mal wieder auf der Stecke. 🙁
Ich habe als Energieberater schon zwei große Energiekarawanen mitgemacht und hatte den Eindruck, dass kaum einer der Hauseigentümer etwas sanieren will. Das lag jedoch zum Großteil am Alter der Hausbesitzer aus den Wohnquartieren mit Baujahr älter 40 Jahre. Die Altersgruppe über 60 bindet sich keine riesen Sanierungsmaßnahme mehr an den Hals. Eine anschließende Umfrage der Stadtverwaltung ergab jedoch eine Sanierungsbereitschaft von über 50 Prozent der beratenden Haushalte. Dabei geht es um den Austausch der alten Heizungspumpe, Heizungsanlage, Fenster oder bis zur Dämmung der Gebäudehülle. Mein resultierender Eindruck dieser Energieberatungsaktionen ist jedoch, dass eher eine Umwälzpumpe für kleines Geld getauscht wird als eine aufwendige Gebäudedämmung zu errichten. Ist ja auch klar, die Sanierung sollte sich bezahlt machen bevor man ins Gras beißt 🙂

Solarstrom, Speicherung und Verbrauch

Endlich Sonnenenergie im Überfluss. Seit einer Woche sind meine Solar-Akkus mal wieder richtig voll. So konnte ich am Samstag und Sonntag meinen 12-Volt-Wechselrichter wieder aktivieren und voll ausnutzen. Mit meinem TV konnte ich am Sonntag 31 Amperestunden der 38 Ah solar erzeugten Stromes direkt verbrauchen. Das sind zwar nur knapp 370 Wattstunden aber die unten stehende Grafik zeigt den zeitlichen Verlauf der Erzeugung, Speicherung und den Verbrauch des Solarstroms. Die rote Linie ist die Akkuspannung (Volt) und die orange Fläche der solare Ladestrom (Ampere). Die graue Fläche zeigt die verbrauchten Ampere.

Solarstrom_und_Verbrauch_20140309_2

Die 12-Volt-Inselanlage besteht aus 2 alten Siemens PV-Modulen (23 Jahre alt) mit je 50 Watt und 4 Autobatterien mit zusammen ca. 280 Ah.

E-Auto oder Bahn

Heute musste ich ausnahmsweise mit dem Zug von Lorsch nach Darmstadt fahren. Diese Kurzreise und dessen Unannehmlichkeiten gaben mir den Anlass die Bahn-Reisekosten mit dem Elektroauto zu vergleichen. Ich musste für die einfache Fahrt von Lorsch nach Darmstadt 7,50 € berappen. Im Verkehrsverbund – also mit  Regionalbahn – hätte die Anfahrt sogar 7,80 € gekostet. Eine Fahrt mit dem Elektroauto kostete mich, auf 6 Jahre gerechnet, ca. 8,60 €. Wenn ich die KfZ-Abschreibung auf 10 Jahre rechne sind es sogar nur 6,60 €. Außer dem Kostenunterschied gibt es natürlich auch noch andere Unterschiede. Mit dem E-Auto benötige ich 40 Minuten, die Autofahrt mach Spaß und ich bin bei der Abfahrtzeit flexibel.  Mit der Bahn benötige ich 70 Minuten, ich musste fast die ganze Zeit stehen (Zug voller Menschen) und zu Fuß gehen (2 x 10 Min.), im Büro komme ich müde und gestresst an!  Des weiteren ist die Bedienung der Fahrkartenautomaten nicht benutzerfreundlich und der Bahnhof in Lorsch ist total desolat. Für ältere Reisende oder gehbehinderte Menschen ist dieser Bahnhof unzumutbar. Von der Bahnsteigkante zur ersten Stufe des Wagons ist die Tritthöhe ca. 40 cm. Im übrigen kostet die Jahreskarte für diese Strecke ca. 1.600 €. Für mich als Pendler ist die Bahn zu teuer, unpraktisch und unbequem.