Ladestationen Frust die Vierzehnte

Nun ist es soweit: Die Anzahl der Ladesäulen im Kreis-Bergstraße reichen nicht mehr aus. Als ich gestern Abend in Seeheim an der Mennekes-Ladesäule laden wollte waren diese durch einen Opel Ampera und Renault ZOE belegt. Ich habe die Ladeanzeige an den beiden Seiten der Säule über einige Minuten beobachtet und diese veränderte sich nicht mehr. Das bedeute für mich, dass beide E-Autos voll geladen waren. Tja, was soll ich davon halten? Der Energie-Versorger blockiert mit seinem eigenen E-Auto die Ladesäule. Ich finde es äußerst unkollegial sein E-Auto auch im voll geladenen Zustand an der Ladesäule stehen zu lassen.

Belegte Ladesäule in Seeheim am 08.12.2016

Ich konnte, Gott sei dank, bei einem Bekannten in Seeheim an der Garage laden und einige Stunden später den Heimweg antreten.

Lademarathon Nummer 1

Im Winter muss ich leider auf meinem Arbeitsweg fast täglich an die Ladesäule. So  habe ich in dieser Woche einen regelrechten Lademarathon praktiziert und fast jeden Tag einer anderen Ladepunkt angesteuert.

Montag 28.11.2016: Auf dem Heimweg in Zwingenberg an der Ladesäule der Solarfirma mit Adapterbox geladen. Leider die Ladeweile mit Warten verbracht. Bei 33 Prozent den restlichen Heimweg angetreten.

Ladesäule Solarfirma Zwingenberg

Ladesäule Solarfirma Zwingenberg

Dienstag 29.11.2016: Da ich Abends einen Termin hatte wollte ich den Twizy tagsüber in Darmstadt laden. So fuhr ich in das Parkhaus in der Grafenstrasse und ludt das E-Auto an der Entega-Wallbox. Außer den Stromkosten von ca. 1,- Euro musste ich noch 4,-€ Parkgebühr löhnen.

Ladesäule Parkhaus Grafenstrasse Darmstadt

Ladesäule Parkhaus Grafenstrasse Darmstadt

Mittwoch 30.11.2016: WIederum musste ich auf dem Heimweg zwischenladen. Diesmal besuchte ich eine Ladesäule die nicht direkt auf meinem Weg liegt. So fuhr ich nach Alsbach-Hähnlein an die Säule am Rathaus. Die Ladeweile habe ich im Dönerladen an der Hauptstraße verbracht.

Ladesäule Rathaus Alsbach-Hähnlein

Ladesäule Rathaus Alsbach-Hähnlein

Donnerstag 1.12.2016: Auf dem Heimweg wollte ich mal die gesperrte Säule in Bensheim-Auerbach testen. Die Säule kann nicht benutzt werden weil der Parkplatz als Lagerfläche zu den Bauarbeiten der Deutschen Bahn genutzt wird. Naja, dachte ich wenn ich vor der Absperrung parke und per Verlängerungskabel lade sollte das gehen. So ein Scheiss! Die Säule ist sogar deaktiviert, laden unmöglich.

Anzeige Ladesäule Bensheim-Auerbach

Anzeige Ladesäule Bensheim-Auerbach

Somit bin ich mit den letzten Elektronen an die Säule in Bensheim ans Rathaus getuckert. Naja, die Pizza bei MammaMia hat während der Ladeweile super gemundet.

Ladesäule Rathaus Bensheim

Ladesäule Rathaus Bensheim

Freitag 2.12.2016: Heute musste ich wegen eines Arzttermins schnell Nachhause. Somit wollte ich vormittags an die TheNewMotion Säule in DA. Tja, die war schon von einem ZOE besetzt. Leider auch den ganzen Vormittag. Das ist nicht sehr kollegial 🙁 Somit war die einzige Möglichkeit wieder die Entega-Säule in der Grafenstrasse. Das kostet mich jedes mal 40 Minuten Fußweg sowie 4,-€ Parkgebühr plus Stromkosten.

Ladesäule Parkhaus Grafenstrasse

Ladesäule Parkhaus Grafenstrasse

Als ich meinen Twizy wieder abholte hatte sich ein eGolf daneben geparkt und geladen.

Stromausfall in Lorsch

„In Bensheim und Lorsch ist am Nachmittag der Strom ausgefallen. Grund für die Störung ist nach Angaben der Bensheimer GGEW AG eine „Fehlfunktion bei einer Steuereinheit an einer Haupteinspeisung“. Über die Fernwartung in der Leitstelle sei die Versorgung nach wenigen Minuten wieder hergestellt worden. In Bensheim fiel der Strom nach Angaben des Energieversorgers um 15.36 Uhr aus, die Störung sei um 15.40 Uhr behoben gewesen. Lorsch wurde danach ab 15.48 Uhr wieder komplett mit Strom versorgt.“ Quelle BA

Gott sein Dank habe ich meine Webserver und Datenlogger mit entsprechenden Akkuspeichern ausgestattet. Somit könnte ich den Stromausfall ohne Probleme überstehen und messen:

Stromausfall Lorsch am 30.11.2016 um 15:36 Uhr

Stromausfall Lorsch am 30.11.2016 um 15:36 Uhr

Der Netzstrom war auf allen drei Phasen für 12 Minuten ausgefallen. Nur der Radiowecker und die Uhr in der Mikrowelle zeigte den Stromausfall an.

Kommunen und Elektroauto-Ladesäulen

Scheinbar haben Kommunen ein Beratungsdefizit bei der Entscheidungsfindung zum Aufbau einer Elektroauto-Ladesäule. Ich erlebe es immer häufiger, dass Städte und Gemeinden sich vom örtlichen Energieversorger beraten lassen und oft nur unpraktikable sowie teure Lösung vorgeschlagen bekommen. Aufgrund der fehlenden Alternativen werden diese Angebote kritiklos angenommen. Dies führt dazu, dass diese „Notlösungen“ nur wenig oder gar nicht
von den Elektroauto-Fahrern angenommen werden. Meist wird diese Ladesäule dann zu einem großen Geldgrab. Dann heißt es wieder: Die Elektromobilität ist noch nicht so weit, der Bedarf ist noch nicht da und so weiter und so fort. So entstehen Mythen und ein falsches einseitiges Wissen. Ein negatives Beispiel sind die Ladesäulenlösungen in Lorsch, Bensheim, Darmstadt und Gernsheim. Dort hat man Exoten eingebaut auf die nur sehr wenige Elektromobilisten zugreifen können. Sehr oft wird auch ein falscher Standort ausgesucht. Was nützt mir eine Ladesäule im Industriegebiet wenn ich dort keine Möglichkeit habe die Ladeweile zu verbringen. Hierzu habe ich schon oft etwas unter Ladestationen Frust geschrieben.

Bisher habe ich im Kreis Bergstrasse noch keine Ladesäule mit idealem Standort gefunden.

Das Ende der leisen Elektroautos

In den USA soll laut Verkehrsaufsichtsbehörde NHTSA nun eine Vorschrift kommen, dass von 2019 an alle neuen Elektro- und Hybridautos ein künstliches Geräusch erzeugen müssen – allerdings nur, wenn sie langsam fahren. Auch in der EU wird es eine ähnliche Regelung für Elektroautos geben. Eine Richtlinie sieht ebenfalls die verbindliche Einführung eines sogenannten Akustischen Fahrzeugwarnsystems (Acoustic Vehicle Alerting System, AVAS) bis Juli 2019 vor. Dann müssen alle Modelle, die komplett neu auf den Markt kommen, mit dem Kunstlärm ausgestattet sein, zwei Jahre später gilt die Regel auch für alle Modelle, die schon
vor dem Stichtag auf dem Markt waren und neu verkauft werden.

Ich habe diese Meldung mal an unsere E-Auto-Gruppe gesendet und poste hier die einzelnen Kommentare. Hallo liebe Elektromobilisten, was sagt Ihr den dazu:

  • Die Spinnen doch wohl, oder? Die Menschen sollten besser wieder lernen nach rechts und links zu schauen bevor sie über die Straße gehen. Ab und zu muss ich meinen Piepser im Twizy benutzen um mich bemerkbar zu machen.
  • Ich hab mal im Verkehrsunterricht (1969) gelernt – links …rechts … links schauen und erst dann gehen wenn alles frei ist. Hat sich daran was geändert? 😉
  • Leute, die sich nicht umschauen, bevor sie über die Straße gehen (Blinde können auch ein E-Auto hören) sollen also vor leisen E-Autos „geschützt“ werden. Das hört sich erst einmal nach einem guten Plan an. Wie sieht es denn dann mit einem Fahrradfahrer aus, der auch keinen Lärm macht, hat der dann das Pik-Ass in den Speichen stecken? Wohl kaum. Die Verantwortung liegt auf beiden Seiten, lag sie schon immer. Auch ein Fahrradfahrer, ein Inlineskater, Rollschuhfahrer was auch immer muss umsichtig sein. Wenn ich fahre, fahre ich defensiv, man schaut anders und beobachtet den Verkehr, wer das nicht mehr kann, sollte den Führerschein abgeben. Das wäre mal eine viel bessere Maßnahme!
  • Ein eigener Ton oder Geräusch, um unachtsame Straßenüberquerer zu warnen, nicht nötig: Am Anfang dachte ich auch, so etwas wäre für mein leises E-Auto notwendig. Aber nach meiner Beobachtung schauen ca. 90% der Fußgänger nach links und sehen mich, bevor sie über die Straße gehen. Bei den Restlichen sehe ich an ihrer Körperhaltung, dass sie evtl. gleich rüber wollen und bin drauf eingestellt, rechtzeitig zu bremsen. Falls sie dann den ersten Schritt auf die Straße machen, hupe ich natürlich und sie warten. In ganz wenigen Fällen musste ich derjenige sein, der den Unfall verhinderte, z.B. bei Schülern dicht am Fahrbahnrand, die nur an Quatsch dachten, aber von mir kurz durch Hupe gewarnt wurden. Übrigens haben die oft schnell fahrenden Fahrradfahrer (oft noch auf dem Bürgersteig!) auch keinen Dauerton zur Warnung, obwohl ihr Fahrstil meist deutlich gefährlicher ist, als mein defensives Fahren.
  • Ich schalte meinen Sound im Zoe immer als erstes aus und fahre einfach etwas vorsichtiger. Besonders bei Fahrradfahrern.
  • Ich finde das richtig, dass E-Autos bei langsamer Fahrt ein Geräusch nach vorne oder beim Rückwärtsfahren nach hinten emittieren. Ich denke das dient der Sicherheit. Man kann ja auch hier mal die Sounddesigner heranlassen und ein Geräusch finden, welches nicht zu sehr nervt. Auch ist es möglich das Geräusch so nach vorne zu bündeln, dass es im Innenraum nicht so nervt wie z.B. beim Zoe (da nervt es sehr, finde ich). Ich teile Deine Meinung, dass die Leute gefälligst die Augen im Straßenverkehr aufmachen sollen im Straßenverkehr. Trotzdem habe ich keine Lust jemand zu überfahren weil er es mal nicht gemacht hat. Ich denke jeder von uns war schon einmal (oder mehrmals) unaufmerksam und hat dann einfach nur Glück gehabt, dass es keine Folgen hatte.

Digitalisierung der Energiewende

Was bedeutet die Digitalisierung der Energiewende für die privaten Haushalte? Das Gesetz zur Digitalisierung der Energieende beschreibt die Ausstattung und Betrieb von digitalen Stromzählern sogenannten Smart Meter.
Als Energiesparmeister habe ich schon lange einen solchen digitalen Stromzähler im Einsatz. Es ist am Anfang eine tolle Sache sein Stromverbrauch im direkten Blick zu haben, jedoch lässt das Interesse sehr schnell nach, da man nicht genau erkennen kann wodurch der meiste Strom verbraucht wird. Erst durch den Einsatz von einzelnen Zwischen-Steckdosen zum Strommessen und schalten konnte ich unseren Verbrauch aufteilen und die größten Verbraucher ermitteln.
Dies sind die Kühlgeräte, Lüftungsanlage, Heizung und bei mir natürlich auch das Elektroauto.

Plugwise Einzelgeräte Energieverbrauch

Für die Energieversorger ist der Einsatz der Smart Meter interessant, um die Energieerzeugung dem -verbrauch anzugleichen. Daraus sollten dann auch zeit- und -lastabhängige Stromtarife resultieren d.h. ist viel Energie im Stromnetz vorhanden wird der Strom kurzzeitig günstiger. Ist wenig Strom vorhanden ist der Energiebezug teurer. Somit könnten man in Zukunft Energiekosten einsparen wenn man Geräte mit hohem Stromverbrauch bei niedrigem Strompreis einschaltet. Dies sollen Smart-Home-Systeme in Zukunft automatisch erledigen. Zur Zeit gibt es viele solcher Smart-Home-Systeme zu kaufen die eine Erhöhung von Wohn- und
Lebensqualität, Sicherheit und effizienter Energienutzung versprechen. Jedoch ist dies meist nur eine Spielerei und führt selten zum gewünschten Erfolg. Mein selbstgebautes Smart-Home-System kann Geräte schalten und den Stromverbrauch überwachen. Wenn ich das Haus verlasse werden nicht benötigte Verbraucher automatisch ausgeschaltet. Ebenso wird meine 12-Volt-PV-Anlage überwacht und bei Bedarf ein Ladegerät zugeschaltet. Was würde geschehen wenn plötzlich Fremde auf diese Funktionen zugreifen könnten. Viele Smart-Home-Systeme funktionieren aber nur über die Server der Hersteller. Sind diese System sicher und vor Hacker geschützt? Die meisten Systeme sende per Funk, WLAN oder Bluetooth ihre Signale. Wie ist diese Kommunikation gesichert und/oder verschlüsselt. Auf jeden Fall werden mit der Digitalisierung der Energiewende große Geschäfte generiert. Dies kann jeder auch beim Bloggerkollegen Kilian Rüfer oder in der Blogparade bei SMA nachlesen.

Ladestationen Frust die Dreizehnte

Die Bahn behindert die Elektromobilität. Seit ein paar Wochen ist meine Winterladesäule auf dem Parkplatz am Bahnhof Bensheim-Auerbach gesperrt. Die Bahn benötigt diese Park+Ride-Parkplatz als Lagerfläche für den Umbau des Bahnhofs zur S-Bahn-Strecke. Die Ladesäule ist bis Mitte 2017 nicht benutzbar. Mit ein bisschen Hirnschmalz hätte man eine Parkfläche freihalten oder den Grünstreifen davor Schottern können.

Ladesäule auf dem Park+Ride-Parkplatz am Bahnhof Bensheim-Auerbach

Ladesäule auf dem Park+Ride-Parkplatz am Bahnhof Bensheim-Auerbach

Was mich um so mehr fuchst ist, dass weder der Energieversorger, also der Betreiber, noch die Kommunalwirtschaft Mittlere Bergstraße (KMB) darüber informiert war. Die E-Auto-Fahrer die dort laden wollen oder müssen hat man schlicht weg einfach vergessen. Mich würde mal interessieren wie laut das Geschrei wäre wenn man die Einfahrt einer viel genutzten Tankstelle zumachen würde! Das würde bestimmt am nächsten Tag in der Presse stehen und die Verantwortlichen hätten mit einem Shitstorm zu rechnen. Aber mit den E-Auto-Fahrern kann man’s ja machen!

Einmal elektrisch um die Erde

bin ich nun theoretisch mit meinem Elektroauto gefahren. Am Freitag den 11.11.2016 habe ich mit meinem Twizy die 40.000 km voll gemacht.

Tacho des Twizy bei 40.000 km

Tacho des Twizy bei 40.000 km

Sei August 2013 pendle ich mit meinem kleinen E-Auto von Zuhause zur Arbeit. Lediglich 3.243 kWh habe ich dafür Zuhause geladen. Das ist umgerechnet ein Verbrauch von ca. 9 kWh/100 km (1L/100km). Etwa 10 Prozent lade ich außerhalb bei Firmen oder Energieversorgern. Auch wenn im Winter die Reichweite manchmal knapp wird habe ich es nie bereut auf das Elektroauto umzusteigen. In diesem Winter werde ich wohl öfter bei Harald und Lukas laden und ein paar Euros in die Sparbox werfen. Leider ist meine Winterladesäule durch Bauarbeiten gesperrt. Darüber werde ich noch extra berichten.
Der Akku eines Elektroautos hält viele Jahre und auch viele 10.000 km. Siehe auch Erfahrungsbericht bei Bloggerkoller Saving-Volt.

Masterplan Klimaschutz

Heute Abend wurden bei den Bürgern für Bensheim der Masterplan für Klimaschutz in Bensheim vorgestellt. Eine Vorstellung war es auch nur. Eigentlich wurde der Masterplan 2014 erstellt und ich hoffte irgendwelche Maßnahmen, Ziele oder konkrete Ergebnisse zu hören. So einen 253 Seiten starken Masterplan kann man auch nicht in 90 Minuten durcharbeiten und positive Entwicklungen aufzeigen. Es sind von 49 vorgeschlagenen Maßnahmen 15 umgesetzt worden sagte der Klimaschutzbeauftragte der Stadt Bensheim. Ja, das stimmt bestimmt auch, jedoch ist das meiner Meinung nach zu wenig. Viele dieser Maßnahmen wurden nur angekratzt und die restlichen 34 gar nicht erwähnt. Die Stadt Bensheim geht mit der Umrüstung des Fuhrparks auf Elektroautos als Vorbild voran. Der städtische Energieversorger stellt Ladesäulen mit Ökostrom zu Verfügung und will auch bei Carsharing kooperieren. Also was könnte die Kommune sonst noch für den Ausbau der Elektromobilität tun, fragte der Klimaschutzbeauftragte. Bei der Frage fiel ich fast vom Stuhl. Ich gab Ihm einige Vorschläge. 1. Einführung einer Feinstaubzone um Stinker aus der Stadt zu verbannen. 2. Sonderrechte für Elektroautos einrichten: d.h. E-Autos dürfen Busspuren benutzen, kostenlose Parkplätze oder Straßen nur für E-Auto zuzulassen. 3. viele, sehr viele Ladesäulen in der Innenstadt und in den Parkhäusern aufbauen. So steht es auch seit 2014 im Masterplan der Stadt Bensheim. Aufbau von PV-Anlagen über den Parkhäusern und Ladesäulen mit Solarstrom. Seit 1 1/2 Jahren würde die Stadt mit dem Energieversorger verhandeln um Ladesäulen in der Innenstadt zu bekommen. Stattdessen baut der Versorger die Systeme mit ubitricity aus. Leider will keiner der mir bekannten E-Auto-Fahrer diese teuren Ladesysteme haben. Der städtische Energieversorger gehört zu fast 2/3 der Kommune. Da hat wohl in der Stadtverwaltung „keiner die Eier in der Hose“ um hier mal auf den Tisch zu hauen und zu sagen so geht es nicht weiter und nun wird es richtig gemacht. Meine Güte, für wenig Geld bekommt man heute so eine Ladesäule und ratzfatz ist so ein Ding montiert. Bei Hessentag wurden bis zum Jahresende 2014 50 Ladesäulen versprochen. Jetzt ist 2016 schon fast herum und nicht mal die Hälfte der versprochenen Dinger sind montiert.
Die Sanierungen der Wohngebäude lasst auch zu Wünschen übrig, aber das wäre ja auch bundesweit so. Ach ja, dann muss man sich ja nicht bemühen und kann sich auf seinen Lorbeeren ausruhen. Wenn man kaum Vorträge, Schulungen, offene Baustellen und Musterprojekte anbietet gibt man den Hausbesitzern auch keinen Anreiz etwas zu ändern. Ja es käme ja auch keiner zu den angebotenen Vorträgen. Tja, liegt auch sehr oft an zu wenig Werbung – ein Tag vorher in der Zeitung – oder an schlecht Präsentierten Themen. Räumt doch mal mit den alten Mythen auf: Das Haus muss atmen, wenn ich dämme dann bekomme ich nur Schimmel, die Sanierungskosten amortisieren sich erst nach vielen Jahrzehnten, usw…..
Die Förderprogramme werden zu wenig genutzt. Bei der Photovoltaik gäb es noch viele geeignete Dächer in Bensheim. Bei dem Vortrag zu den Mikro-PV-Anlagen bei der Sparkasse vor einigen Wochen waren 100 Zuhörer anwesend und 10 Anlagen wurden beantragt.
Darüber berichtet unser Bloggerkollege Erhard Renz immer wieder sehr aktiv. Trotz schlechtem Vortrag und schön gerechnetem Ertrag haben 10 Nutzer Balkonmodule angemeldet. Aber warum hört man darüber nichts? Warum zeigt man diese 10 Module nicht als Musterbeispiele in den Medien? Ich war mal mit unserem Energiesparhaus auf der Webseite der Stadt Bensheim als Musterprojekt abgebildet. Warum ist das alles gelöscht worden und die Kommunikation der Stadt zu den Bürgern komplett eingeschlafen. Es gab mal sehr engagierte Energieberater und ein Solar und Energieberatungszentrum in Heppenheim. Ohne die
beiden Personen würde ich heute hier keinen einzigen Bloggertext schreiben. Und so könnte ich über den vermurksten Masterplan weiter schreiben, jammern und schimpfen.

Smart Home, Smart Meter und Smart Grid

Leider konnte ich am BarCamp in Kassel nicht teilnehmen. Schade, dass es auch nachträglich nur wenig Möglichkeiten gibt etwas über die Diskussionsrunden nachzulesen.
Zur Zeit stoße ich in den Medien immer häufiger auf die Schlagworte „Smart Home, Smart Meter und Smart Grid„. Wie könnte eine Digitalisierung in der eigenen Energiewende Zuhause ausschauen? Ab 2017 sollen vermehrt Smart-Meter zum Einsatz kommen. Darüber habe ich schon berichtet. Diese Smart-Meter machen nur Sinn mit last- oder stundenabhängigen Tarifen. D.h. wenn viel überschüssiger Ökostrom vorhanden ist wird der Strompreis für eine bestimmte Tageszeit preiswerter. In dieser Zeit könnten automatisiert Verbraucher eingeschaltet werden z.B. Spül- oder Waschmaschine. So könnten z.B. auch Elektroautos bei viel regenerativem Strom geladen werden. Über unseren Bloggerkollegen Thorsten Zoerner konnte ich den Anwendungsfall „Optimierte Ladung von Elektroautos“ selbst testen. Dauerhaft umgesetzt habe ich es aber nicht, da es für diese Anwendung noch keinen passenden Stromtarif gibt. Eine Anfrage beim Energieversorger ergab nur zusätzliche Kosten durch den Nachtspeichertarif.

Aktuell laufen sehr viele Werbespots im TV die bis zu 31 Prozent Energieeinsparungen versprechen. Mit einer App auf dem Smartphone kann jeder seine Heizkörper beim Verlassen des Hauses drosseln bzw. beim Zurückkehren wieder aufheizen. Man kann das Licht ein- oder ausschalten sowie die Jalousien auf oder zufahren.

An solch einem Projekt arbeite ich auch gerade. Jedoch will die App auf meinem neuen Smartphone noch nicht so recht funktionieren. Mit einem Raspberry Pi und Schalt-Steckdosen kann ein selbstgebautes Smart-Home Licht ein- und ausschalten. Es kann den Stromverbrauch und verschiedene Temperaturen im Haus messen. Der Raspberry Pi an meiner PV-Inselanlage misst die Akkuspannung und den Solarstrom-Ertrag. Er überwacht die Batterieanlage und schaltet bei Bedarf einen Notlader ein. Eine sinnvolle Idee fände ich auch den Einsatz von Stromspeicher (auch ohne PV-Anlage) im privaten Haushalt. Dann könnte man bei viel Sonnenstrom den Speicher mit günstigem Strom aufladen und die Energie später selbst nutzen. Das wäre die richtige Bürger-Energiewende von unten.